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Ist der Text bis morgen fertig? Schreibaufgaben besser planen.

Liebe Leserinnen und Leser des Schreibtipps,

der Bericht ist morgen fällig, der Entwurf für die Werbemittel am Montag, der Newsletter nächste Woche und das Konzept für die neue Homepage spätestens in einem Monat.

Die Liste von größeren Schreibaufgaben kann lang sein. Und außerdem sind jede Menge E-Mails zu schreiben und anderes zu tun.

Schreibend kommunizieren wir mit anderen, bringen unsere Ideen und Themen in die Welt, werben für unsere Produkte. Das ist großartig, braucht aber auch Zeit. Zeit, die wir manchmal unterschätzen im Aufwand oder überschätzen in dem Maß, wie wir dazu kommen werden.

Um zufrieden mit dem eigenen Schreiben und den Ergebnissen zu sein, braucht es sowohl eine realistische Zeitplanung als auch ein etwas genaueres Hinsehen darauf, wie Sie eigentlich vorgehen. Dazu möchte ich Sie mit diesem Schreibtipp ermutigen.

 

5 Tipps für Ihre Schreibzeitplanung: 

 

1. Den eigenen Aufwand kennen.

Wie lange brauchen Sie für ein Protokoll? Oder einen Beitrag für den Unternehmensblog? Oder ein Angebot für einen Kunden? Oder eine Ihrer Schreibaufgaben, wenn es bei Ihnen andere Texte sind?

Diese Frage ist gar nicht so einfach zu beantworten. Weil wir beim Schreiben nicht unbedingt an alle Teilschritte denken, die wir dafür gehen, von Briefing und Recherche bis zum letzten Schliff und der Veröffentlichung bzw. dem Versand. Und weil der Aufwand unterschiedlich hoch ausfallen kann.

Bei mir sind es zum Beispiel für einen Newsletter zwischen 3 und 9 Stunden. Der höhere Aufwand kann sich daraus ergeben, dass ich mehr Zeit für die Recherche brauche, mir ein Thema schwerer von der Hand geht oder ich mich zwischendurch entscheide, es doch noch einmal ganz anders anzugehen.

Nehmen wir einmal an, Sie finden heraus, dass Sie für eine Ihrer Schreibaufgaben 6 bis 12 Stunden pro Monat brauchen. Und nehmen wir an, Sie könnten dafür 1 Stunde am Tag einplanen. Dann müssten Sie 2 Wochen vorher damit anfangen.

Das klingt ernüchternd? Ja, aber auch realistisch. Und Ihren Schreibprojekten und sich selbst gegenüber ist es nur fair, wenn Sie realistisch planen.


2. Das eigene Vorgehen kennen.

Die eine hat den gesamten Text in Kopf, bevor sie ihn niederschreibt. Der andere entwickelt den Text beim Schreiben und setzt immer einmal wieder an einer anderen Stelle an. Auch beim Schreiben gibt es verschiedene Vorgehensweisen, von denen keine richtiger ist als die andere. Aber es ist gut zu wissen, welches Vorgehen für Sie typisch ist, um Ihre Schreibzeit besser planen zu können.

Vielleicht haben Sie schon einmal von „Schreibtypen" gehört. Da gibt es z.B. die „Abenteurer", die drauflos schreiben und die „Goldgräber", die planend schreiben. Die „Eichhörnchen" springen beim Schreiben und die „Zehnkämpfer" schreiben sich von Version zu Version vor.

Wenn Sie wissen möchten, in welche Richtung es bei Ihnen geht, kann ich Ihnen den kurzen „Schreibtypentest" auf der Homepage der Universität Frankfurt empfehlen. Er enthält zum Abschluss auch einige Tipps zum Vorgehen je nach Schreibtyp: https://www.starkerstart.uni-frankfurt.de/43833603/ContentPage_43833603?

Wir alle sind übrigens „Mischformen" bei den Schreibtypen. Ich zum Beispiel setze beim Schreiben oft an mehreren Stellen des Textes an (da bin ich eher „Eichhörnchen"), aber es entstehen auch etliche Versionen (darin bin ich „Zehnkämpfer"). Für meine Schreibzeitplanung bedeutet das, dass ich schon mit einem ungefähren Entwurf gut starten kann und eher viele kurze Schreibhappen einplane, aber reichlich Zeit zum Überarbeiten.

Kennen Sie Menschen, die am Schluss noch einen 10-Stunden-Schreibsprint vor der Deadline einlegen können? Der Typ bin ich eher nicht.
 

3. Sich die Zeit nehmen.

Auch ein Plan kann nur schwer helfen, wenn die Zeit, die Sie zum Schreiben bräuchten, doch durch andere Aufgaben belegt ist. Forschen Sie deshalb auch dazu, wie Sie Ihre geblockten Schreibzeiten einhalten können. Zum Beispiel, ob das zu bestimmten Tageszeiten besser funktioniert oder ob Sie von regelmäßigen Schreibzeiten profitieren, z.B. täglich einer Stunde.

Priorisieren Sie bei Ihren Schreibaufgaben. Was ist Ihnen besonders wichtig, was bringt Sie weiter? Je nach Schreibtyp können mehrere große Schreibprojekte gleichzeitig zwar möglich sein, aber für viele Menschen sind sie es nicht. Unterschätzen Sie nicht, wie viele gedankliche Ressourcen der Wechsel von einer Aufgabe zur anderen fordern kann.

4. Den Überblick behalten.

Den Endtermin für Ihren Text kennen Sie. Neben den absoluten Deadlines sollten Sie aber auch Etappenziele planen. Bis wann soll der Entwurf stehen, bis wann die Gliederung, bis wann wollen Sie sich Feedback von anderen geholt haben? Schaffen Sie Meilensteine, um sich an ihnen festzuhalten auf dem Weg durch den Schreibprozess und so im Zeitplan zu bleiben.

Die reine Schreibzeit nimmt bei vielen Schreibprojekten nicht den Hauptteil ein, sie wird allerdings häufig als einziges geplant. Es gibt Schreibprojekte, bei denen 50% der Zeit mit der Recherche und dem Klären von Informationen vergehen. Und es gibt Schreibende, die 50% ihrer Schreibzeit mit dem Überarbeiten verbringen. Berücksichtigen Sie auch hier Ihre Erfahrungen in Ihrer Planung.

 
5. Puffer einplanen.

Erinnern Sie sich noch an die 3 Stunden, die ich im kürzesten Fall für meinen Newsletter brauche? Was passiert, wenn ich in meinem Zeitplan immer nur sie ansetze? Es sprengt meine Termine und ich werde unzufrieden mit mir und meinem Schreiben.

Bleiben Sie auch in Bezug auf die Puffer realistisch. Es gibt die Tage, an denen Sie trotz aller Planung überhaupt nicht zum Schreiben kommen. Es gibt die Informationen, die Sie von anderen brauchen und die noch nicht vorliegen. Gehen Sie eher vom Maximum aus als vom Minimum. Und wenn der Text in 5 statt in 7 Stunden fertig ist - umso besser. Ihr Zeitplan wird es Ihnen danken.

Ein besseres Zeitmanagement beim Schreiben sorgt dafür, dass Sie Ihre Abgabe- oder Abschlusstermine einhalten können und für eine höhere Schreibzufriedenheit. Und was bei dem einen Schreibprojekt noch nicht gelingt, wird beim nächsten Mal besser klappen, wenn Sie mehr Klarheit über Ihren Aufwand und Ihre Schritte haben.

Gutes „Forschen" und Schreiben wünscht Ihnen

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