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Meine top 5 - Textregeln, die immer gelten.

Liebe Leserinnen und Leser des Schreibtipps,

wer den Schreibtipp des Monats schon länger liest, weiß, wie wichtig mir die Kernbotschaft von Texten ist - also der eine Satz, der klar sein muss, bevor es ans Schreiben geht.

Und solche Kernaussagen gibt es natürlich auch für meine Seminare - unabhängig davon, ob es gerade ums Werbetexten geht oder ums schriftliche Beschwerdemanagement.

Die 5 wichtigsten Textregeln, die aus meiner Sicht am meisten bewirken, habe ich Ihnen deshalb in diesem Schreibtipp zusammengestellt.

Von Kopfkino bis Call-to-action - wie Sie mehr aus Ihren Texten herausholen: 

1. Kopfkino: Ein guter Text läuft ab wie ein Film.

Und das gilt für alle Arten von Texten, ob Homepages, Berichte oder Einladungen. Der erste Schritt dafür: bildhafte Wörter wählen statt abstrakter Bezeichnungen. Der zweite Schritt: Die "Bilder" im Text in die richtige Reihenfolge bringen.

Bei einer Einladung sieht der Lesende durch Ihre Worte dann z.B. zunächst die Höhepunkte der vorherigen Veranstaltung vor sich, anschließend die Schwerpunkte des kommenden Termins und mit dem Schluss-Satz sich selbst in der Art und Weise, wie er oder sie auf Ihre Einladung reagiert.

Die Voraussetzung fürs Kopfkino: Sie müssen wissen, welchen Film Sie erzählen wollen, welche Story hinter Ihrem Text steht.

2. Die Botschaft: Welcher Satz soll ankommen?

Wenn ein Autokonzern mit dem Slogan „Nichts ist unmöglich" wirbt, könnte dahinter die Botschaft stehen: „Wir stellen uns jederzeit flexibel auf Kundenwünsche ein". Oder: „Wir sind so flexibel wie unsere Kunden." Das klingt unspektakulärer als der Slogan, ist aber die konzeptionelle Grundlage dafür.

Nicht nur Werbeslogans oder Kampagnen haben Kommunikationsbotschaften, sondern jeder Text. Dieser „Kernsatz" steht nicht wörtlich im Text (er muss es jedenfalls nicht). Stattdessen scheint er in jedem Satz und Absatz durch. Er ist quasi der rote Faden, die Leitlinie im Text.

Genau deshalb muss dieser eine Satz schon vor dem Texten klar sein. Ihnen selbst, wenn Sie nur im eigenen Auftrag texten. Oder allen, wenn mehrere Menschen über den Text entscheiden werden. Endlose Diskussionen über die Qualität eines Textes sind ein Zeichen dafür, dass nicht allen die Kommunikationsbotschaft von Anfang an klar war.

3. Texte können "lecker" sein.

Sie müssen es sogar. Weil unsere Informations- und Werbetexte mit so vielen anderen im Wettbewerb um die Gunst und Zeit des Lesenden stehen.

Lecker bedeutet, aufmerksamkeitsstark, empfängerorientiert, aktivierend und immer wieder frisch formuliert. Ganz besonders gilt das für die Überschriften, Zwischenüberschriften und erste Sätze. Ein langatmiger Einstieg und der Text wird immer spannender? Da kann es passieren, dass die Lesenden gar nicht erst bis zum leckeren Teil kommen. 


4. Vom Gespräch zum Text: Hören Sie sich selbst gut zu.

Texte sind Gespräche – zu diesem Kernsatz habe ich 2016 den Schreibratgeber „Einfach besser schreiben im Beruf. Überzeugende E-Mails, Angebote, Konzepte & Co." veröffentlicht.

Immer wieder erlebe ich es in meinen Seminaren und Workshops, dass ich fast druckreif mittippen kann, wenn Menschen von ihren Projekten, Produkten, Konzepten oder Angeboten erzählen. Einfach nur, weil sie mit Zuhörerinnen und Zuhörern im Raum prägnanter, engagierter, bildhafter, relevanter und lebendiger formulieren, als sie das sonst in ihren Texten tun.

Schreiben Sie im ersten Entwurf Ihren Text so auf, wie Sie ihn auch im Gespräch formulieren würden. Selbst wenn Sie danach noch einmal drüberschauen müssen, die Empfänger-Orientierung haben Sie auf jeden Fall schon drin.


5. Was soll der andere als nächstes tun? Der Appell.

Egal ob man ihn Call-to-action, Appell oder Abschlusssatz nennt: Der letzte Satz von Texten ist oft der wichtigste. Weil es hier darum geht, was der andere als nächstes tut, also um das Handlungsziel, das Sie bei Ihrem Text vor Augen hatten.

Deshalb reicht als Link nicht immer wieder „Mehr erfahren" und bei Briefen und E-Mails nicht als Standard „Bei Rückfragen stehen wir zur Verfügung." Ihr Abschlusssatz muss konkret und auf diesen Zusammenhang hin formuliert sein. Und deshalb auch am besten immer wieder anders.

Wer alle fünf Punkte berücksichtigt, holt aus seinen Texten schon jede Menge mehr heraus. Probieren Sie es einfach aus und nehmen Sie sich einen Punkt nach dem anderen vor bei Ihrem täglichen Texten – in E-Mails, Angeboten, Online-Texten oder Antworten zu Kundenschreiben.

Und wenn Sie an einem bestimmten Punkt noch nachlegen wollen - ich biete auch Textberatung im Einzelgespräch an, per E-Mail, Telefon, Skype oder persönlich. Kommen Sie dafür gern auf mich zu.

Ich wünsche Ihnen noch eine gute Woche, herzliche Grüße

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