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Du oder Sie oder beides - E-Mails an unterschiedlich vertraute Empfänger

Liebe Leserinnen und Leser des Schreibtipps,

etwas, das Sie bestimmt schon erlebt haben: Sie schreiben eine E-Mail an mehrere Empfänger, von denen Sie einige duzen und andere siezen. Wie halten Sie es mit der Ansprache im Text?

Für ein Vorgehen werden Sie sich auch bisher schon in dieser Situation entschieden haben. In diesem Schreibtipp stelle ich Ihnen verschiedene Lösungen vor, mit ihren Für und Wider.


3 Möglichkeiten für die Ansprache unterschiedlich vertrauter Empfänger in einer E-Mail: 

1. Alle mit Sie anschreiben.

Auf den ersten Blick die einfachste Lösung: Sie sprechen alle Leserinnen und Leser mit „Sie" an. Zum Beispiel, weil der Anteil von Sie-Ansprechpartnern höher ist oder Sie dem Ganzen sowieso einen formellen Aspekt geben wollen.

Durch eine (zum Teil) vertraulichere Anrede wie z.B. „Liebe Kolleginnen und Kollegen", lässt sich das Formelle auf Wunsch zumindest etwas wieder ausgleichen. Und wenn Sie „Bauchschmerzen" dabei haben, Ihre vertrauteren Ansprechpartner mit Sie anzuschreiben, bleibt noch der Weg, das einfach einmal in einem Gespräch zu thematisieren.

 

2. Alles auf Du und Sie zuschneiden.

Eher aufwändig und auch nicht unbedingt schön anzusehen. Dafür werden Sie mit dieser Lösung aber allen Lesenden gerecht.

Ein Beispiel : Zu unserer Termin am ... sende ich Ihnen/euch heute die versprochenen Unterlagen. Wie vereinbart werde ich Ihnen/euch vor dem nächsten Termin am ... noch weitere Informationen zukommen lassen.

Die neue Rechtschreibung erlaubt übrigens beides - die Groß- und die Kleinschreibung der vertraulichen Du-Anrede. Ich habe mich für die Kleinschreibung entschieden.

 

3. Ohne Du und Sie

Bei dieser dritten Variante erwähnen Sie die unterschiedliche Form der Ansprache gar nicht – zumindest nicht im Text.

In der Anrede können Sie sich darauf beziehen, z.B. mit „Sehr geehrter Herr Richter, lieber Max, ..." oder „Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen, ...". Ihren Text aber passen Sie so an, dass es kein Du oder Sie gibt.

An den Beispielsätzen von eben gezeigt:

Zu unserer Termin am ... sende ich heute die versprochenen Unterlagen. Wie vereinbart werde ich vor dem nächsten Termin am ... noch weitere Informationen verschicken.

Der Vorteil: In einem Text wie diesem fällt es gar nicht auf, dass Sie im Du und Sie schreiben.

Der Nachtteil: Sie schreiben etwas weniger empfängerorientiert, denn genau dazu ist die direkte Ansprache sonst da. Achten Sie darauf, dass Ihre Texte dann nicht zu streng oder nüchtern werden, indem Sie an anderer Stelle besonders freundlich oder bildhaft formulieren.

Es gilt also: Sie haben die Wahl - auch wenn Sie an unterschiedlich vertraute Empfänger schreiben.

Herzliche Grüße

 

 

 

 

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